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Video: Au ja! OUYA!

Mit rund 9 Millionen US Dollar Unterstützung von über 60.000 freiwilligen Geldgebern, wurde das Projekt Spielkonsole OUYA zu einem der erfolgreichsten Kickstarter Projekte. Inzwischen steht die OUYA kurz vor der Veröffentlichung. Es war natürlich Ehrensache, dass EliteZocker das Projekt ebenfalls finanziell unterstützt. Inzwischen sind die ersten Geräte eingetroffen und hier folgt er nun: Der erste offizielle Bericht.

 

Die Verpackung kommt im nüchternen Schwarz

Lieferumfang:

  • Ouya
  • Netzteil
  • HDMI Kabel
  • 2 Mignon AA Batterien
  • Konformitätserklärung
  • Beiblatt zur Batterie Entsorgung

ouya pack

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Was man auf Anhieb vermisst ist eine Kurzanleitung, sowie eine Information über die Nutzbarkeit der USB Anschlüsse, das WLan und BlueTooth. Denn wie sich später im Setup zeigt, könnten auch andere Geräte verbunden werden. Was nach dem ersten Einschalten zu erwarten ist wäre vorab ebenfalls interessant.

Konsole
Die OUYA ist eine Spielkonsole auf Basis von Android 4.x. Sie besitzt neben der 12 Volt Stromversorgungsbuchse jeweils Anschlüsse für einen HDMI, USB, Micro USB 2.0 und RJ45 Netzwerkanschluß. Onboard werkelt auf dem Nvidia Tegra 3 SoC ein Tegra 3 T33 Quad-Core Prozessor und eine NVIDIA ULP GeForce GPU, daneben Bluetooth 4.0 und WLan b/g/n. An der Unterseite der Konsole befindet sich ein kreisrunder Lüftungsschlitz. Gelegentlich dreht der interne Lüfter für ein paar Minuten etwas hoch. Aber störend ist er dabei nicht. Ohnehin hört man den Lüfter nur bei absoluter Stille im Raum. Sie besitzt 1 GB RAM und 8 GB Flashspeicher, von dem kanpp 5,6 GB nutzbar sind. über USB lässt sich der Speicher erweitern.

ouya controller1Controller
Der Controller ist eine Mischung aus XBox und PS3 Controller. Die Anordnung der Sticks lehnt sich an die XBox an, während sich die Funktion und Anordnung der Buttons an der PS3 orientiert. Zum einlegen der Batterien muss man die Gehäuseoberseite senkrecht hoch ziehen Darunter befindet sich das Batteriefach. Bedauerlicherweise haken die Button, da die Löcher in der Gehäuseoberseite einen Hauch zu klein sind. Dadurch verkanten sich die Button immer wieder. Besonders, wenn man einem Button mal schneller hintereinander drückt. Die linke Gehäuseoberseite verschließt den Controller nicht richtig, weil der Kunststoff verzogen ist. Ansonsten aber sitzen die Oberschalen recht fest. An der Oberseite ist in der Mitte zwischen den Griffen und unterhalb der Leuchtdioden ein Touchpad integriert das von aussen nicht erkennbar ist. Darüber kann man einen eingeblendeten Mauszeiger steuern. Das ist z.B. im Webbrowser hilfreich. Das Steuerkreuz (D-Pad) ist extrem ungenau. Fast noch schlimmer als beim XBox360 Controller. In virtuellen Tastaturen rutscht der Cursor immer wieder ein Feld weiter als beabsichtigt. Daran erkennt man, dass die darunter liegenden Taster nicht entprellt sind. Ausser dem Touchpad besitzt der Controller keine weiteren Eigenschaften wie Gyroskop oder Rumble. Von daher ist es verwunderlich, dass der Controller sogar schwerer ist als ein XBox360 Controller.

 

 

ouya controller2

Bild: Button verhaken sich im Gehäuse

Über ein USB Kabel funktionierten in unseren Tests sowohl PS3 wie auch der XBox Controller. Und das sogar besser und ohne Verzögerung als mit dem Ouya Controller.

Ebenfalls konnten wir die PS3 Logitech Tastatur per Blueooth mit der Ouya koppeln

Ersteinrichtung
Nach dem anschließen und einschalten startet die Ouya mit dem bekannten Gruppenruf "OUYA" und fordert auf, den Connect Button am Controller zu drücken. Mit den braunen und orangenen Farben erinnert der Startbildschirm an Ubuntu von 1999. Nach einem kurzen Setup des Lan/WLan beginnt die Konsole sofort mit dem Download eines Firmwareupdates. Danach folgte noch ein Hinweis, dass die Konsole neu gestartet wird und man sie nicht abschalten solle. Kurz blitzte noch ein "Power off" Schriftzug auf und dann blieb der Bildschirm dunkel. - Eine gefühlte Ewigkeit von ca. 30 Minuten passierte gar nichts. Nur der Power Knopf leuchtete. Die Finger zuckten schon leicht und waren versucht trotz Warnung den Power Knopf zu drücken, als die Konsole endlich erneut hochfuhr. Danach präsentierte sich das nackte Menü.

Zuerst haben wir im Setup die Sprache auf Deutsch umgestellt und anschließend ein Userkonto angelegt. Bedauerlicherweise kennt die OUYA nur die englische Tastatur, was die Eingabe von Umlauten zum Problem macht. Was etwas seltsam ist: In den Einstellungen finden sich Parameter für Positions-Bestimmung per GPS und andere Eigenschaften die eigentlich nicht zu einer stationären Konsole passen. Hier ist also noch eine große Baustelle vorhanden.

OUYA Shop
Der OUYA Shop ist ganz anders als man es von Google, Nintendo, MS oder Sony gewohnt ist. Nirgends sind Preise zu sehen. Lädt man eine Software herunter (z.B. Pix'n' Love Rush) bekommt man erst beim starten den Hinweis dies sei eine Demo die nach 5 Minuten das Spiel beendet. Aber wie man es kaufen kann ist nicht vor dem Download erkennbar. Nach dem ersten Test stellte sich heraus, dass Spiele aus der Demo heraus gekauft werden können. Da es aber auch kostenlose Spiele im Shop gibt, fehlt eine Kennzeichnung welche Spiele kostenpflichtig sind. Wurde ein Spiel gekauft, erhält man genauso wie Apple und Sony per Mail die Bestätigung über die gekauften Artikel. Insgesamt stehen zum Start der OUYA etwa 80 Games und Apps im Shop bereit.

Es warten und harren nur die Narren
Wer im Shop etwas herunterladen will, muss viel Geduld haben. Denn der Download ist unerträglich langsam. Woran das liegt war nicht erkennbar. Auch im Internet häufen sich die Klagen über den Shop. Sechs Stunden für 10 MB sind extrem lahm. In unserem Test haben 280KB für eine App rund 30 Minuten gebraucht. Da mag man nicht fragen wie lange der Download von 200MB Spielen dauert. Am nächsten Tag ging es zwar schneller, aber bei 1 MB Download eine halbe Stunde ist immernoch zu lang.

Man sollte niemals mehr als zwei Downloads gleichzeitig laufen lassen, denn die Downloadfunktion bremst die Konsole gewaltig aus. Bei fünf Downloads, kommt die OUYA fast zum Stillstand. Eingaben werden dann nur noch stark verzögert mit mehreren Sekunden Abstand abgearbeitet. Startet man während des Downloads ein Spiel, ist die Benutzung sogar völlig unmöglich. Offensichtlich wird die Downloadpriorität nicht herabgesetzt wenn der User gleichzeitig spielen will. Sony, MS und Nintendo hingegen achten darauf, dass das Spieleerlebnis nicht getrübt wird. Wei CPU lastigen Spielen werden dort die Downloads für die Dauer des Spiels sogar pausiert.

Naturgemäß gibt es bei den Spielen zwischen der OUYA und den Konsolen von Sony, Microsoft und Nintendo fast keine Überschneidung. tatsächlich aber fand sich das erste Game im OUYA Shop das es auch bei Sony und MS zu erwerben gibt. Nämlich "Pix'n' Love Rush" das es auch für Android und iOS Smartphones gibt.

Pix'n' Love Rush kostet:
OUYA: 1,99 USD
PS3: 1,99 Eur
PS Vita: 1,99 Eur
iOS: 2,69 Eur
XBox360: Nicht vorhanden
Wii-U: Nicht vorhanden
Wii: Nicht vorhanden
3DS: Nicht vorhanden

Das sind aktuell aber auch die einzigen Überschneidungen. Es bleibt abzuwarten wie sich die Preisunterschiede künftig entwickeln.

Die OUYA bietet nicht nur Spiele, sondern auch die ersten Apps an. Das Angebot ist hier noch sehr gering. Erwähnenswert sind jedoch zwei Apps. Zum einen eine App die es ermöglicht Tablets als Controller zu verwenden und zum anderen eine App, über die später mal Spiele zur OUYA gestreamt werden sollen.


Fazit
Die OUYA wirkt noch unausgereift. Die Bedienung ist schleppend und ruckelig, das Softwareangebot noch sehr spärlich. Es fehlt die Möglichkeit das Passwort zu ändern oder ein neues anzufordern falls man seines vergessen hat. Der Controller ist eher minderwertig, da die Button sich ständig im Gehäuse verhaken. Aber hey! Dies ist eine Spielkonsole aus einem Crowdfounding Projekt. Und da darf man nicht das gewaltige KnowHow von Sony, Nintendo und Co erwarten. Kinderkrankheiten sind vorprogrammiert und bei nur 100 Euro Kaufpreis wohl inklusive. Bei dieser Konsole muss man nicht damit rechnen, dass man im Wohnzimmer permanent überwacht wird (XBox One Kinect) oder dass Funktionen abgeschaltet werden (PS3 Linux) oder der selbe Mist immer wieder völlig überteuert verkauft wird (Nintendo Super Mario). Die OUYA ist eine willkommene Alternative zum DRM Sumpf von Microsoft, Sony und Nintendo. Leider läßt sich die OUYA nicht per Controller ein- oder ausschalten, sondern man muss dazu den Power Knopf auf der OUYA betätigen. Aber diese und andere Einschränkungen werden vielleicht im nächsten Firmwareupdate korrigiert. Die verfügbaren Spiele fühlen sich im übrigen echt an. So gab es keine Verzögerungen bei der Steuerung. Es sei denn, es hatte sich wiedermal ein Button am Controller verhakt.

Urteil: Thumbs up! OUYA? Oh ja!

 
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