Start Neuigkeiten Unter dem Namen "Spielkonsole" drückt Microsoft ein Überwachungsgerät ins Wohnzimmer

Unter dem Namen "Spielkonsole" drückt Microsoft ein Überwachungsgerät ins Wohnzimmer

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Die Überwachungsfunktion der XBox One:

### UPDATE ### vom 20.06.2013

Ende 2012 wurde Microsoft ein Patent zugesprochen, das mit Hilfe des Kinect ständig die Zuschauer und Spieler überwacht. Microsoft nennt dies "Content Distribution Regulation by viewing Users". Dabei kommt ein "Consumer Detector" zum Einsatz, der die Zahl und die Nutzungsdauer durch Zuschauer auswertet und darauf achtet, dass nicht mehr Personen einen Film sehen oder ein Spiel spielen als mit der Lizenz bezahlt wurde. Anhand der Überwachung wird gezählt, wieviele Personen z.B. gerade den Film ansehen. Aus einem "pay per view" wird so ein "pay per view per viewer per console". Bisher war Kinect eine Grund-Voraussetzung. Ohne Kinect sollte die XBox One nicht funktionieren. Nach dem anrollenden Shitstorm auf die neue XBox, wurde das inzwischen geändert. Man kann nun Kinect abschalten und muss dafür auf die meisten Funktionen der XBox One verzichten.

Wer glaubt die Überwachungsfunktion sei kein Problem, der denke nochmal scharf nach! Ein Film der für 2 Personen lizenziert ist darf auch nur von 2 Personen nacheinander oder gleichzeitig gesehen werden. Sobald sich spielende Kinder im Raum befinden erhöht sich die Anzahl der Zuschauer. Auch dann, wenn diese den Film gar nicht ansehen wollen oder können. Was ist z.B. mit Sehbehinderten? zahlen die nur die Hälfte, weil sie nicht sehen sondern nur hören können? Nein.  Microsoft bitte jeden voll zur Kasse.

Erst wurde den Konsumenten verboten digitale Inhalte zu kopieren. Danach wurde die Abspielhäufigkeit begrenzt. Anschließend wurden die Abspielgeräte beschränkt. Nun zieht sich die Schlinge um den Hals des Verbrauchers zu, indem jede Person die gerade anwesend ist die Kosten erhöht. Hat hier noch irgend jemand Zweifel an dieser üblen Geschäftspraktik von Microsoft?

Denn Kinect ist inzwischen soweit ausgereift, dass es kleinste Details an der Kleidung erkennen kann. Es kann Blutdruck und Puls allein durch die Kamera messen indem kleinste Veränderungen in der Durchblutung des Gesichtes ermittelt werden. Die Mimik einer jeden Person wird durch die XBox One ausgewertet. Freude, Hass, usw. sind als Stimmungsschwankungen erkennbar und werden erfasst. Die Gespräche werden mitgehört und aufgezeichnet. Ansonsten würde die Spracherkennung nicht funktionieren. Das gesamte Verhalten der Nutzer wird aufgezeichnet, ausgewertet und für gezielte Werbung verwendet. Alle diese Informationen werden an fremde Unternehmen zu Werbezwecken weiterverkauft. (Nachzulesen in den Nutzungsbedingungen des Kinect und der XBox 360) Der Nutzer hat hier keinerlei Einspruchsrecht und kann auch nicht kontrollieren ob Daten wieder gelöscht werden. Intimste Informationen geraten so in die Hände unbekannter Unternehmen.

Die XBox One ist das Aushängeschild jener Käufer, die sich durch die Industrie und allen voran Microsoft bereitwillig abzocken und überwachen lassen. Und wofür das alles? Für einen halbgaren Multimediacenter der nur noch nebenbei Spiele anbietet und der alle 24 Stunden neu aktiviert werden muss, weil die XBox One sonst nicht mehr ist, als 500 Euro teurer Technikschrott. Aber eines muss man Microsoft eingestehen. Sie hören ihren Fanboys zu! So versucht Microsoft in einigen Bereichen vage zurückzurudern ohne dabei konkret zu werden. Aber zumindest denken sie über die Probleme der XBox One nach!

YouTube Shitstorm gegen XBox One
Inzwischen hat Microsoft auf YouTube die Kommentarfunktion unter allen XBox One Videos gesperrt, da die Kommentare bereits das Ausmaß eines gewaltigen Shitstorms hatten. Fast alle Videos von Microsoft zur XBox One haben mehr ThumbsDown als ThumbsUp bekommen. Derweil verucht Microsoft die Weiterverwendung der Videos zu steuern, damit sie nicht an unkontrollierbarer Stelle einem Shitstorm ausgeliefert sind.

Die PR-Abteilung von Microsoft versucht derweil an einigen Stellen zurück zu rudern indem sie Aussagen ihrer Mitarbeiter/Manager korrigieren.

Jüngste Beispiele:

"Always on sei kein Zwang. Die XBox One kann auch vom Netz getrennt werden."
Was Microsoft verschweigt: Die Konsole muss alle 24 Stunden ans Internet angeschlossen werden, damit die XBox One immer wieder aufs neue freigeschaltet wird. Ansonsten verweigert sie weitgehend ihre Funktion. Darüber hinaus hat Microsoft Grafik-Funktionen in die Cloud verlagert. Wer sein Konsole 23:59 Stunden offline betreibt, bekommt also schlechte Grafik zu sehen. Zumindest bekommt er nicht das zu sehen wofür er bezahlt hat.

"Kinect kann man abschalten"
Ursprünglich war dies nicht möglich, sondern ein Zwangsfeature ohne das die XBox One nicht läuft. Aber wegen des sich abzeichnenden Shitstorms ruderte Microsoft zurück. Nun kann man Kinect also künftig abschalten.
Was Microsoft hier verschweigt: Das eigentliche Problem ist damit nicht gelöst! Nämlich dass Daten unkontrollierbar übertragen werden wenn man Kinect einschaltet und der User nicht steuern kann, wer die aufgezeichneten Daten bekommt! Der Datenschutz ist das Problem und nicht die Technik die ohne Kinect nicht funktioniert. Microsoft versucht hier geschickt mittels PR das Problem auf den User zu verlagern. Der User glaubt nämlich er sei selber Schuld wenn einige Funktionen nicht mehr laufen, weil er Kinect abgeschaltet hat. Dabei hat aber Microsoft das Problem erst verursacht. Microsoft muss das Datenschutzproblem beheben dann kann der Käufer die XBox One gemäß Kaufvertrag auch nutzen und alle sind glücklich.

### Update ###

Die Macht der Verbraucher: Microsoft rudert endlich zurück!

Microsoft ist endlich eingeknickt und verkündete am 20.06.2013:
Kein Always-Online Zwang mehr. Keine Sperre mehr für Games wenn man 24 Stunden offline war. Keine Gebrauchtspielsperre mehr. Eione Woche nach der E3 und nach den vernichtenden Kritiken in den Gamerforen und einem gerade noch rechtzeitig abgebremsten Shitstorm der auf YouTube auf Microsoft anrollte, war dies die Notbremse in letzter Sekunde. Nun heißt es wohl Wunden lecken und die Gamer um Verzeihung bitten. Wir dürfen gespannt sein, welche Köpfe diesmal dafür rollen werden.

Aber ist nun alles gut? Wohl eher nicht! Denn was bleibt ist zum Beispiel die "Always-On" Pflicht für die Kamera. Als einzigen Ausweg kann man das Kabel der Kamera abziehen. Aber dann funktionieren die meisten von Microsoft beworbenen Funktionen nicht mehr. Also bleibt dem Gamer nur übrig sich überwachen zu lassen. Im Internet finden sich bereits die ersten Wetten wer die Gamer zuerst ausspioniert: "Die Hacker oder Microsoft?"

Microsoft betonte inzwischen, dass auch die Verleihfunktion von online gekauften Spielen somit nicht mehr möglich wäre. Ja, das ist tatsächlich ein Verlust! Aber nur für Microsoft, weil Microsoft hier ordentlich Gebühren verlangen wollte wenn Spiele "verliehen" werden.

Microsoft erzählt hier bei weitenm nicht alles! Denn die eigentlichen Vorteile sind für die Verbraucher oftmals nur Nachteile. Es kommt nur auf den Standpunkt an ob man zu den Händlern oder zu den Käufern zählt.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 15. Juli 2013 um 11:52 Uhr  
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